Ideen richtig vermitteln
Sechs Prinzipien, wie das unabhängig vom verwendeten Medium machbar ist.
Es ist gar nicht so einfach, dass unsere Ideen und Botschaften bei Leuten ankommen und im Gedächtnis bleiben.
Wie schaffen wir es, unsere Ideen so zu vermitteln, dass sie nicht nur verstanden, sondern auch gemerkt und weitererzählt werden?
1. Einfach halten (Simplicity)
Die Kernbotschaft muss klar und knackig sein. Wie ein gutes Sprichwort - kurz, aber mit Tiefgang. Vergleiche helfen, auch komplizierte Sachen verständlich zu machen.
2. Überraschung einbauen (Unexpectedness)
Um Aufmerksamkeit zu bekommen und Neugier zu wecken, müssen wir Erwartungen durchbrechen und anders sein. Eine Packung Chips ist so ungesund wie ein ganzer Tag voller fettiger Nahrung! Mit Überraschung holen wir die Leute ab, aber das hält nicht lange. Um Interesse zu halten, müssen wir Wissenslücken öffnen - und dann füllen.
3. Konkret werden (Concreteness)
Unsere Ideen müssen wir mit konkreten Bildern erklären - Badewannen voller Eis, Äpfel mit Rasierklingen. Unser Hirn merkt sich konkrete Sachen einfach besser. Abstrakte Wahrheiten stecken oft in konkreter Sprache, wie in Sprichwörtern.
4. Glaubwürdig sein (Credibility)
Wie bringen wir Leute dazu, unsere Ideen zu glauben? Am besten, indem sie es selbst testen können - wie "Probieren geht über Studieren". Wir greifen gerne zu Statistiken, um etwas zu beweisen. Aber oft ist das genau der falsche Weg. Statistiken alleine sagen meist nicht viel aus. Besser ist es, Zahlen in menschliche Dimensionen zu packen, die jeder versteht.
5. Gefühle ansprechen (Emotions)
Wir müssen die Leute etwas fühlen lassen, damit sie sich für unsere Ideen interessieren. Bei Chips wecken wir Ekel wegen der Ungesundheit. "37 Gramm" löst keine Emotion aus. Studien zeigen: Für einen einzelnen Bedürftigen spenden Leute eher als für eine ganze Region in Not. Wir sind darauf gepolt, für Menschen zu fühlen, nicht für Abstraktionen.
6. Geschichten erzählen (Stories)
Geschichten bringen Leute dazu, nach unseren Ideen zu handeln. Feuerwehrleute tauschen nach jedem Einsatz ihre Stories aus. So sammeln sie mit der Zeit einen reichen Erfahrungsschatz für brenzlige Situationen. Wenn wir Situationen im Kopf durchspielen, sind wir in der Realität besser vorbereitet.
Es gibt drei Arten inspirierender Geschichten:
Die Herausforderungs-Story, wie David gegen Goliath
Die Verbindungs-Story, wie der barmherzige Samariter
Die Kreativitäts-Story, wie der Apfel, der Newton auf den Kopf fällt
Also, wenn die Ideen hängen bleiben soll: einfach, überraschend, konkret, glaubwürdig, emotional und in gute Stories gepackt. Dann bleiben die Ideen garantiert kleben! Unsere Erklärvideos machen übrigens genau das ;)
Quelle: “Made to Stick” von Chip & Dan Heath



